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derGnom

Neues aus dem Leben eines Sozialdemokraten

Warum mich meine Grobmotorik (hoffentlich) vor einer Sehnenscheidentzündung bewahrt

05.01. 18:08

Liebes Tagebuch,

das Jahr hat bei mir recht arbeitsintensiv begonnen. Dank der Referendarverwaltung durfte ich diese Woche nämlich zu der zweiten Runde Klausuren in der Fortgeschrittenen AG antreten. Das hieß vier Klausuren in vier Tagen, jede Klausur fünf Stunden lang.

Über die letzten Tage werde ich, Notizen eingeschlossen so etwa 100 bis 120 Seiten Urteile und Gutachten zu Papier gebracht haben und wenn man ansonsten so ein Technikjunkie ist wie ich, dann ist das eine ganz schöne Belastung für die Schreibgriffel und das Gerippe dahinter.

Nicht umsonst bekommen viele angehende Juristen in der Examensphase eine typische Berufskrankheit: eine Sedenscheidenentzündung an der Schreibhand. Das muss höllisch weh tun und zieht sich oft lange hin. Ein Kollege von mir hatte so eine Entzündung im ersten Staatsexamen und musste so eine Art Schiene tragen, um das Ganze zu entlasten. Nur schreiben muss man die Klausuren halt trotzdem und das ist bestimmt kein Spaß, auch wenn man gnädigerweise bei entsprechendem ärztlichen Attest eine Zeitgutschrift erhält.

Was will ich nun damit sagen? Als ich heute von den Klausuren kam, ging mir so durch den Kopf: Warum tut dir eigentlich dein ganzer Arm über Oberarm bis in die Schulter weh aber nicht deine Hand.

Die Antwort ergibt sich bei einem kleinen Blick in die Vergangenheit: Familie und Freunde wissen, dass ich schon immer ein ziemlicher Grobmotoriker bin. Kleine filigrane Arbeiten oder künstlerische Betätigungen waren noch nie mein Ding. Meine Prickel-Arbeiten aus dem Kindergarten sind legendär. Und als ich etwa 5 oder 6 war und bald auf die Grundschule gehen sollte, hielt ich einen Stift mit der ganzen Faust senkrecht aufs Blatt. Damals hat meine Mutter wohl einen ziemlichen Schreck bekommen und ich musste wochenlang Schreibübungen machen. Aber so richtig geholfen hat das nie. Meine Schönschreibnote war immer unter ferner liefen.
Heute aber beim Anfertigen von ellenlangen Klausuren kommt mir dieses Manko zugute. Zwar schreibe ich nicht mehr mit der Faust, aber ich scheine die Schreibbewegung nicht aus dem Handgelenk zu machen, sondern aus dem ganzen Arm. So kann sich die Belastung auf die Armmuskulatur verteilen und scheint die Sehnenscheide zu entlasten.

Und DESHALB tut mir jetzt der Arm weh!

Bis Bald
Dein dSoz

Das (beinahe) Tiefkühlmassaker

21.02. 17:29

Liebes Tagebuch,

Heute Morgen durfte ich dank angekündigtem Bahnstreik(Zitat:"Die Bahn fängt nicht einmal pünktlich an zu streiken") und weil ich noch einen Abstecher zu meinem neuen Brötchengeber, der Staatsanwaltschaft, machen musste, eine Stunde früher als sonst losgefahren. Sprich Departure-Time 07:00 Uhr. Genau meine Zeit. Und die Fahrt mit dem Auto nach Dortmund war wie erwartet die Hölle, weil viele Angst vor dem Streik hatten und deshalb zusätzlich zum allmontäglichen Berufsverkehr die Straßen noch mehr verstopften. Da die Schlange über die B61 nach Lünen schon bis zur Kreuzung Hammer Straße reichte, habe ich mir kurzentschlossen folgenden abenteuerlichen Ausweichplan erstellt. Linksab nach Beckinghausen, dann rechtsab bis nach Horstmar und weiter über Dortmund-Lanstrop, -Hostedde, -Derne und -Kirchderne bis zur Kreuzung Derner Str./Bornstraße, danach gings dann besser. Aber die Stunde mehr an Fahrtzeit hab ich trotzdem gebraucht. Vielen Dank, liebe GDL!

Heute morgen hatte es auch nicht mehr fürs Frühstück gereicht, also hatte ich Hunger bis unter die Arme, als ich um kurz vor 3 vonner Arbeit kam. Zu den Resten vom gestrigen Sonntagsessen mit dJan wollte ich mir einen Leberkäs aus dem Tiefkühler nehmen. Und da traf es mich wie ein Schlag: Ich hatte gestern die Tür nicht richtig zugemacht. Das ganze Fleisch schon angetaut! Also erstmal die SUPER-Taste gedrückt und schnell die Temperatur auf Max eingedreht, auch wenn das natürlich nichts bringt. Dann hab ich einen panischen Hilfeanruf bei Muttern gemacht, die auch gleich vorbeikam, um sich das Schlamassel anzusehen. Ich sah mich schon den Rest des Tages damit zubringen, Fleisch anzubraten und die halbe Straße zum Grillfest einladen. Aber Muttern konnte mich beruhigen. Das friert von alleine wieder fest und es war noch nicht so stark aufgetaut, dass man sich Sorgen machen müsste. Nochmal Glück gehabt!

Ach und dann noch etwas für die unter euch, die genauso wie ich immer völlig ratlos vor den Sonntagszeitungen mit den Wochenangeboten sitzen und nicht wissen, ob das auch wirklich alles so preiswert ist. Meine Mama hat mal annehmbare Angebotspreise für die gängigsten Fleischsorte im Hübchenschen Haushalt zusammengestellt. Viel Spaß damit!

Post aus Hamm

26.03. 20:21

Liebes Tagebuch,

als ich heute Morgen aufgestanden bin, hatte ich so ein Gefühl, dass heute endlich DER Tag sein würde, nämlich der Tag an dem endlich die Ladung zur mündlichen Examensprüfung beim OLG Hamm eintreffen würde. Inzwischen konnte man sich ja schon fast ausrechnen, dass es bald so weit sein müsste. Schließlich muss ich noch im April geprüft werden und spätestens 3 Wochen vorher muss die Ladung eingetroffen sein.
Und so kam es dann auch, dass ich heute Mittag mit zittrigen Händen einen braunen A4-Umschlag vom OLG Hamm aus der Post fischte und nun Gewissheit hatte, dass das ewige Warten ein Ende hat.

Noch viel wichtiger waren aber die Ergebnisse der Klausuren, die mir ebenfalls mitgeteilt wurden. Und was das angeht, so wurde ich wirklich freudig überrascht: Nach sechs Klausuren stehe ich im Schnitt mit 9,66 im Prädikatsbereich(9Punkte oder mehr). Einige Ausreißer nach unten(5 Punkte im Sachenrecht, 7 Punkte in der zweiten Öffentlich-rechtlichen Klausur) gab es, aber auch einige nach oben. Neben 14 Punkten in der ersten öffentlich-rechtlichen Klausur möchte ich dabei insbesondere die 11 Punkte im Strafrecht hervorheben, denn eigentlich war mein Gefühl bei dieser Klausur ein ganz Anderes, zumal Strafrecht nicht gerade mein Lieblingsfach ist.

Was nun unterm Strich bleibt ist ein Gefühl wie es Borussia Dortmund im Moment in der Bundesliga haben muss. Die internationalen Plätze sind erreicht, auch wenn nicht gegen jeden großen Gegner gewonnen wurde. Die Qualifikation für die Champions League ist zwar nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich. Wichtiger ist es jetzt auch, nach unten zu schauen und Vereine wie Werder Bremen nicht mehr vorbei zu lassen, sondern zumindest den 5. Platz zu halten. Einziger Unterschied zwischen mir und Borussia Dortmund. Wenn ein mit mir geprüfter Student den DFB-Pokal gewinnt gibt es nicht einen Europa League-Platz mehr.

In diesem Sinne
Dein dSoz

Die Welt ist schön (ohne Jura)

06.12. 15:46

Hallo Gnom-Gemeinde,

endlich habe ich einmal Zeit, ein Online-Tagebuch zu eröffnen und ab jetzt wieder regelmäßig Annekdoten aus meinem Leben zu erzählen. Im Moment ist bei mir einfach alles gut, es ist die totale Entspannung ausgebrochen.
Vor fast zwei Wochen habe ich im Oberlandesgericht Hamm "Ende der Bearbeitung" unter meine Kommunalrechtsklausur geschrieben, den Griffel hingeschmissen und meine letzte schriftliche Examensklausur bei der Aufsicht abgegeben. Nach einer langen Zeit des Lernens und voller Entbehrungen kann ich nun erst einmal aufatmen und eine eigenartige und in den letzten 1 1/2 Jahren weitgehend unbekannte Sache namens Freizeit genießen.
Nachdem ich erst einmal tagelang nur geschlafen habe, bin ich für 4 Tage nach Berlin gereist, um mal wieder was anderes zu sehen, also die vier doch recht kahlen Wände meines münsteraner Wohnheimzimmers. Und was soll ich sagen: Seitdem bin ich absolut tiefenentspannt. Wenn ich nicht gerade Einträge auf dem Gnom schreibe, gammel ich auf dem heimischen werneraner Sofa herum, gehe auf den Weihnachtsmarkt oder fahre Leute besuchen.
Diese Woche war ich zwei Tage in Münster, um meinen Umzug nach Werne vorzubereiten, der wahrscheinlich nächste Woche ins Haus stehen wird. Ich werde dann mein Wohnheimzimmer in der Boeselburg räumen und bis zur mündlichen Prüfung im April 2010 wieder in mein Souterrain-Appartment bei meinen Alten einziehen, bevor ich mir dann eine eigene Wohnung in Werne suchen werde.
Wie dJan schon angedeutet hat, werde ich ihn nach Weihnachten in Bonn besuchen kommen und wir werden beim Scheid ins neue Jahr feiern. Freuen würde mich auch, wenn ich den ein oder anderen von euch mal wieder treffen würde. Vielleicht Glühweintrinken aufm Weihnachtsmarkt, gemeinsamer Filmabend oÄ

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